Entwicklung mit Unterstützung der Brüder und Sänger aus Stettin
Nach der Gründung der Gemeinde Stettin durch den Priester Bösecke aus Berlin im Jahre 1899 wuchs das Werk des Herrn im Gleichlauf mit der industriellen Entwicklung in dieser Stadt.
Bereits 1904 wurde die zweite Gemeinde in Stettin-Grabow und 1905 in dem östlich gelegenen Vorort Altdam die dritte Gemeinde gegründet. Die in den Stettiner Gemeinden tätigen Priester unterstützten in der Folgezeit auch die Arbeit in den vorpommerschen Gemeinden. Von 1905 an bedienten regelmäßig priesterliche Ämter aus Stettin die Geschwister der Gemeinde Pasewalk. Dabei wurden sie auch von Sängern unterstützt.
Im Adressbuch aus dem Jahre 1908 sind bereits die Gottesdienstorte Lauterbach, Neuwarp, Pasewalk und Stralsund aufgeführt. Wachstumsbedingt wurde aus dem Bezirk Berlin IV der Bezirk V (Stettin) gebildet. Die Leitung übernahm für kurze Zeit der Bezirksälteste Brandes. Im Jahre 1913 kam es zur Gründung der vorpommerschen Gemeinde Greifswald.
Der Bezirksapostel Lax teilte 1923 den Apostelbezirk Berlin in 15 und später in 17 Gemeinden auf. Von den drei in Pommern gebildeten Ältestenbezirken gehörten die Gemeinden im vorpommerschen Bereich zu dem Bezirk Stettin-West. Aus dem Bezirk Stettin-West ging nach 1945 der Bezirk Mecklenburg-Nord hervor und aus diesem am 1. Januar 1957 der Ältestenbezirk Pasewalk. Großen Einfluss auf die Arbeit in den Gemeinden der Bezirke Stettin-Ost und Stettin-West hatte der Bezirksälteste Scheel, der später zum Bischof und am 12. Februar 1928 zum Apostel für Mecklenburg und Pommern ausgesondert wurde.
Der Bezirksälteste Robert Richter leitete den Bezirk Stettin-West bis zu seiner Ruhestandssetzung im Jahre 1943/1944. Kurzzeitig bis zur Flucht im Jahre 1945 übernahm der Bezirksälteste Ziegler in einer sehr schweren Zeit noch zusätzlich diesen Bereich. Ihm war im Jahre 1931 der Bezirk Stettin-Ost anvertraut worden.
Ausgebombt musste der der Bezirksälteste i.R. Richter mit seiner Frau am 30. August 1944 die Stadt verlassen und flüchtete zu einer leiblichen Schwester nach Stengow auf der Insel Wollin. Hier verstarb, 70-jährig, wenige Tage vor dem Einmarsch der Russen, der Bezirksälteste Robert Richter.
Orientierungspunkt in der schweren Zeit war der Bezirksapostel Landgraf. Vom Stammapostel wurde er am 21. Oktober 1934 aus Hessen nach Berlin gerufen, um von dem im Jahr 1934 in Ruhestand getretenen Bezirksapostel Lax den Apostelbezirk zu übernehmen.
Zum Jahresende 1938 ging der Apostel Scheel in den Ruhestand. Über 20 Jahre war dieser Gottesknecht im großen Segen tätig gewesen. Viel Arbeit kam auf die verbliebenen Apostel zu. Besondere Schwierigkeiten in der Betreuung der Gemeinden galt es nach Ausbruch des Krieges zu meistern, da viele Amtsbrüder an der Front den Wehrdienst verrichten mussten.
Die Entwicklung zwischen 1945 und dem 31.12.1956
Die nicht zu beschreibenden, jedoch von vielen Gotteskindern erlebten Auswirkungen des 2.Weltkrieges zwangen viele Geschwister sich in den großen Flüchtlingsstrom von Ost nach West einzuordnen.
Ein Teil ist im vorpommerschen Bereich wohnen geblieben. Wie wohltuend empfanden die Geschwister aus dem ehemaligen Pommern, dass der Bezirksapostel Landgraf sich sogleich wieder liebevoll und tröstend um die Anvertrauten kümmerte. Hinzu kam, dass der aus dem großen Ältestenbezirk Köslin bekannte Bezirksälteste Kurt Arnold nun den ehemaligen Teil des Bezirkes Stettin-West, neu Mecklenburg-Nord II, anvertraut bekam.
Am 27. Juli 1946 hielt der Bezirksapostel Landgraf den ersten Gottesdienst in Pasewalk. Das Textwort aus Psalm 147, 1-4 war nicht nur treffend für die damalige Zeit, sondern auch im hohen Maße zutreffend.
1. Lobe den Herrn ! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstliches Ding; solch Lob ist lieblich und schön.
2. Der Herr baut Jerusalem und bringt zusammen die Verjagten Israels.
3. Er heilt die zerbrochnes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen.
4. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen!
In diesem Gottesdienst wurde die Gemeinde Strasburg mit Woldegk dem Bezirk Mecklenburg II zugeordnet. Die Betreuung durch den Bezirksapostel und Bezirksältesten aus Berlin-West wurde aus politischer Sicht immer problematischer.
Vorausschauend wurde der Bezirksälteste Herbert Tiedt am 03. Juni 1951 zum Apostel ordiniert. Der Vorsteher der Gemeinde Wolgast, Hermann Schulz, wurde am 21.Oktober 1949 zum Bezirkssevangelisten und am 03. Dezember 1951 zum Bezirksältesten ordiniert. Eine Hilfe bekam der Bezirksälteste Schulz durch den am 22. November 1953 in Stralsund zum Bezirksevangelisten ordinierten Vorsteher aus Boock, Willy Adam. Ende 1951, nachdem der Bezirksälteste Arnold am 20. Mai 1951 in Pasewalk einen neuen Kirchenraum geweiht hatte, beendete der Älteste Arnold mit Wohnsitz in Berlin-Schöneberg auf Grund politischer Zwänge seine Tätigkeit im Bezirk Mecklenburg-Nord II. Nach dem Heimgang des Bezirksapostels Landgraf am 15. Dezember 1956 hat der Stammapostel Bischoff den Apostel Herbert Tiedt als Bezirksapostel für den neu gegründeten Apostelbereich Mecklenburg ausgesondert. Aus politischen Gründen wurde der Begriff Vorpommern nicht erwähnt.
Der Ältestenbezirk Pasewalk ab 01. Januar 1957
Am 01. Januar 1957 wurde der territorial und gemeindemäßig große Bezirk Mecklenburg-Nord II in die Ältestenbezirk Pasewalk und Stralsund aufgeteilt. Der Bezirksälteste Schulz übernahm den Bereich Stralsund und der Bezirksevangelist und spätere Bezirksälteste Adam übernahm den Bezirk Pasewalk.
In den 11 Gemeinden und 7 Stationen waren in der Blütezeit 1.100 Geschwister zu betreuen. Rund 50 Amtsbrüder standen für diesen Dienst zur Verfügung.
Der absolute Randstatus des Bezirkes und der enorme Wegfall von Arbeitsplätzen führten nach der Wende zu einer starken Schrumpfung der Gemeindezahlen. In den Jahren 1975 – 1980 wurden die Geschwister aus Warsin und Penkun und im Jahre 1996 die Geschwister aus Leopoldshagen in die Nachbargemeinden eingegliedert. Auf Grund geringer Geschwisterzahlen wurden Gottesdienste im Vorfeld in Eggesin und Jatznick nicht mehr durchgeführt.
Per 01.01.2005 waren nur noch 823 Geschwister von 39 Amtsträgern zu betreuen. Viele Wegzüge von Jugendlichen führten in der Folgezeit zu einer weiteren Schrumpfung.
Bis zum 01. Oktober 1961 leitete der am 03. April 1960 zum Bischof ordinierte Bezirksvorsteher Willy Adam den Bezirk. Der Bezirksevangelist Herbert Lefevre unterstützte den Bischof Adam vom 03. Juli 1960 bis zum 01. Oktober 1961 und übernahm dann selbst als Bezirksvorsteher den Bezirk Pasewalk.
Sowohl der Bischof Adam als auch der Bezirksälteste Lefevre haben zusätzlich im Bezirk Stralsund über mehrere Jahre gedient.
Am 31. Dezember 1982 übernahm der Bezirksälteste Siegfried Wegner die Leitung des Ältestenbezirkes Pasewalk. Zuvor hatte er vom 13. Mai 1979 an, als Bezirksevangelist den Bezirksältesten Lefevre unterstützt.
Am 16. Dezember 2001 wurde der Bezirksälteste Wegner in den Ruhestand gesetzt. Zusätzlich war der Bezirksälteste Wegner 10 Jahre als verantwortlicher Amtsträger im Bereich Panevezys (Litauen) tätig. In seiner Amtszeit konnten alle Kirchenräume saniert bzw. neu gebaut werden. Eine wertvolle Stütze für den Bezirksältesten war der Bezirksevangelist Andreas Kubale. Er hatte sich neben der seelischen Betreuung seit dem 19. Oktober 1997 besonders um die Musikpflege gekümmert. Vom 16. Dezember 2001 bis zum heutigen Zeitpunkt leitet der Bezirksälteste Kubale den Ältestenbezirk Pasewalk.
Nach der Ruhestandssetzung des Bezirksapostels Tiedt am 07. September 1980 wurde der aus dem Ältestenbezirk Pasewalk stammende Apostel Willy Adam zum Bezirksapostel für Mecklenburg-Vorpommern ordiniert.
Eng mit dem Apostel Adam zusammen wirkte der Apostel Böttcher als Bischof im Vorfeld und seit dem 22. November 1992 als Apostel.
Vom 15. Januar 1994 an diente uns bis zu seiner Ordination als Stammapostel der Bezirksapostel Leber. In seiner Amtszeit wurden Großzusammenkünfte mit den Amtsbrüdern und Geschwistern in den Apostelbezirken Bremen und Hamburg vorbereitet. Hervorzuheben sind die zentralen Zusammenkünfte der Amtsbrüder, Senioren und der Jugend. Viele dieser zentralen Zusammenkünfte fanden im CCH in Hamburg statt. Zu erwähnen ist ebenfalls der Austausch der Bezirksämter und Vorsteher. Diese Maßnahmen förderten das Zusammenwachsen der drei Apostelbezirke zu der Gebietskirche Norddeutschland.
Ein nicht zu vergessendes Großereignis war für den Ältestenbezirk Pasewalk der Stammapostelgottesdienst am 10. Juli 2005. In diesem Jahr beging die Bezirksgemeinde Pasewalk das 100-jährige Jubiläum. In seinem Dienen erwähnte der Stammapostel dieses Ereignis.
Vorgesehen war in diesem Gottesdienst die Ordination eines neuen Bezirksapostels für die Apostelbezirke Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Bedingt durch die Erkrankung des Apostels Schumacher konnte diese Amtshandlung nicht durchgeführt werden. Allerdings wurde der Bischof Rüdiger Krause zum Apostel ordiniert.
Am 27.11.2005 wurde der Apostel Schumacher in Bremen zum Bezirksapostel ausgesondert. In Zusammenkünften mit den Amtsbrüdern und Geschwistern im Ältestenbezirk Pasewalk haben alle Geschwister sein Herz gewonnen. Sein Bemühen ist es, die drei Apostelbereiche immer mehr zu einer Einheit - Gebietskirche Norddeutschland - zusammenzuführen. So entstand der Gedanke, Partnerschaften unter den Ältestenbezirken zu bilden. Die ersten Partnerschaftsbeziehungen sind bereits im Jahre 2007 geknüpft worden. Die Bezirksvorsteher, die Vorsteher und Leiter von bezirklichen Arbeitsgruppen haben bereits erste Arbeitsergebnisse zeitigen können.
Im genannten Gottesdienst am 27.11.2005 ging der Bischof Möller aus dem Apostelbezirk Mecklenburg in den Ruhestand. Er hatte sich sehr für die bauliche Sanierung der Versammlungsstätten im Ältestenbezirk Pasewalk eingesetzt. In vielen bezirklichen Zusammenkünften war der Bischof anwesend und hat die Geschwister durch seine offene Art gestärkt und erfreut.
Anmerkung:
Die Darlegungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Jedem Betrachter wird lediglich ein grober Überblick gegeben. Wir wollen jedoch dem himmlischen Vater danken, dass er den Glaubenspionieren der ersten Stunden soviel Glaubenskraft, Bekennermut, und Tatendrang gab, dass wir nur in Ihren Spuren wandeln brauchen, um das Glaubensziel zu erreichen.
Autor: Siegfried Wegner